Was ist der Zivilschutz? Mit dieser Frage möchte ich Sie
liebe Leserinnen und Leser zu einigen Informationen über
die Zivilschutzregion Schönenwerd einladen.

Michael Nünlist
Kdt RZSO Schönenwerd



In ferner Erinnerungen sind uns noch die Erzählungen unserer ehemaligen Zivilschutzangehörigen, die ihre Dienstpflicht in blauen Anzügen und gelben Helmen damit verbrachten, die Schutzräume aufrechtzuerhalten oder in der Tiefe von Bunkeranlagen die erdenklichsten Szenarien auf Papier zu bringen um sie anschliessend in einem Wandschrank für die Zukunft verstauben zu lassen. Weiter durfte jeder Militärangehörige seine letzten Diensttage fürs Vaterland im Zivilschutz leisten und so ist es ab und zu vorgekommen, dass ein verdienter Feuerwehroffizier oder Angehöriger der Rettungstruppen nochmals in den Grundlagen der Brandbekämpfung ausgebildet wurde. So wollte es das Reglement. Ausserdem richtete sich das Einsatzspektrum des Zivilschutzes aus dieser Zeit grundsätzlich auf einen bewaffneten Konflikt.

Zum Glück wurde der Zivilschutz in Laufe der Zeit neu strukturiert und das Einsatzspektrum den heutigen Gefahren angepasst. So hat sich das Bevölkerungsschutzsystem bereits bei den verschiedensten Einsätzen bewährt.

Warum ist nun der Zivilschutz im Bevölkerungsschutzsystem?
Der Zivilschutz in der Bevölkerungsschutzregion Schönenwerd ist mit rund 150 Angehörigen neben Feuerwehr, Polizei, Sanität und technische Betriebe eine der fünf Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes. Der Zivilschutz ist ein Einsatz- element der zweiten Staffel und besteht - im Gegensatz zur Feuerwehr, wo jeder Feuerwehrangehörige ein «Allrounder» ist - aus ausgebildeten Fachspezialisten in den Bereichen Betreuung, Unterstützung und Führungsunterstützung.

Diese Fachbereiche definieren gleichzeitig die Funktionen in denen ein Zivilschutzangehöriger ausgebildet wird, nämlich als Betreuer, Pionier oder Stabsassisstent.

Die Aufgabenbereiche des Zivilschutzes sind aber noch vielseitiger, so werden auch in den Bereichen Logistik, wie Anlage- und Gerätewarte, Kulturgüterschutz und im Bereich KKG jedes Jahr eine Vielzahl von Diensttagen geleistet. Weiter nehmen die Angehörigen des Zivilschutzstabes etwa jeden zweiten Monat an einem Stabrapport teil, planen und leiten die Aktivitäten des Zivilschutzes und sind für den Einsatzfall über die Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn jederzeit alarmierbar.

Der Zivilschutz hat sich in den vergangenen Jahren zum Glück stark gewandelt und ist zum Partner im Verbundsystem des Bevölkerungsschutzes geworden. In diesem Verbundsystem ist er auf Langzeiteinsätze ausgerichtet und stellt in dieser Funktion die Durchhaltefähigkeit der Einsatzkräfte sicher. Eine Aufgabe die mit der Reduktion der personellen Mittel bei der Armee an Bedeutung gewinnen wird.

Als Kommandant der Zivilschutzregion Schönenwerd möchte ich mich bei den Zivilschutzangehörigen für ihren tatkräftigen Einsatz herzlich bedanken. Nur so ist es möglich, den Anforderungen, die an eine moderne Einsatzorganisation gestellt werden, gerecht zu werden. Mein Dank gilt aber auch den Arbeitgebern, die dem Zivilschutzdienst ihrer Mitarbeiter mit Verständnis begegnen. Und nicht zuletzt den Gemeindebehörden und Kommissionsmitglieder, die uns in unserer Arbeiten von Seiten der Gemeinden unterstützen.